18 Bewegungen


Entwickelt wurden die Shibashi Übungen von Professor Lin Hou Sheng (Lim Hao Shen) aus China. Die ersten 18 Übungen, die auch heute noch am meisten geübt werden, wurden 1979 entwickelt. Der zweite Teil mit wiederum 18 Übungen wurde 1988 entwickelt. Vier weitere Übungen kamen noch 1990 dazu.

Die 18 Übungen wurden entwickelt, damit Menschen jeden Alters ein Qigong System zur Hand haben zur Vorbeugung von Krankheiten und als Unterstützung einer Heilung. Sie können aber auch einfach nur praktiziert werden zur Entspannung und für das Wohlbefinden.

Die 18 Tai Chi Qi Gong Übungen sollen helfen für mehr Vitalität, zur Minderung von Streß, zu Kräftigung der Muskeln, zur Stärkung der Gelenke, zur Anregung der inneren Organe, zur Stärkung des Kreislaufes, für einen tieferen Schlaf, zum Ausgleich des Blutdrucks und vielem mehr.  

Die 18 harmonischen Bewegungen wurden entwickelt aus der Tai Chi Form von Yang Chengfu. Dafür wurden einzelne Tai Chi Bewegungen zu Qi Gong Übungen umfunktioniert. Im Vergleich zur Tai Chi Form sind die 18 Übungen leicht und schnell zu lernen. Die Übungen müssen nicht so perfekt und pedantisch beherrscht werden wie die Tai Chi Figuren. Wie beim Qi Gong spielt beim Shibashi die Vorstellungskraft eine große Rolle. Wie beim Tai

Die 18 Übungen aus dem Tai Chi Qi Gong

Wecken des Qi
(Das Qi aufwecken; Harmonisierung; Anfangsschritt und Atemanpassung; Anfang und Atemregulierung)

Die Aufgabe der ersten Übung ist die Regulierung der Atmung. Die Atemfrequenz soll abgesenkt werden. Verbrauchtes Qi soll abgegeben und gegen frisches Qi ausgetauscht werden; der Kleine himmlische Kreislauf wird aktiviert. Die Funktion vom Nierenmeridian soll verbessert werden.

Mit der ersten Übung sollen die Nerven beruhigt und der Blutkreislauf harmonisiert werden.

Als Heilwirkung der Übung sollen positive Wirkungen eintreten bei Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Leberentzündung arthritischen Schmerzen im Knie.

Die Brust öffnen
(Das Öffnen des Brustkorb, Öffnen und Erweitern des Brustkorbs, Die Brust öffnen und weitherzig sein, Den Horizont umarmen)

In dieser Übung stellt man sich vor, am Meer zu stehen, bis zum Horizont zu blicken, die frische Meeresluft einzuatmen – und so das Gefühl von Kraft, Energie und Freiheit wachsen zu lassen.

Als Heilwirkung der Übung sollen positive Wirkungen eintreten bei Druckgefühl auf der Brust, Atembeklemmung, Asthma, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck, Herzschwäche, psychische Ermüdung.

Tanzen mit dem Regenbogen
(Den Regenbogen schwingen, Einen Regenbogen bewegen, Mit dem Regenbogen spielen)

In dieser Übung stellt man sich vor, einen Regenbogen zu halten. Die Vorstellungskraft badet in den Farben, die beruhigend und erheiternd durch den Körper fließen.

Als Heilwirkung der Übung sollen als positive Wirkungen eintreten wie eine Stärkung von Schultern und Rücken, ebenso eine Stärkung der Taille, eine Stärkung der Nieren, eine Regulierung der Lymphe und des Blutdrucks, eine Verbesserung der Verdauung und eine Linderung von Magengeschwüren.

Die Wolken teilen
(Die Wolken auseinander schieben, Die Wolken mit schwingenden Armen zerteilen, Die Wolken teilen, den Himmel sehen und trüben Gedanken vertreiben)

In dieser Übung stellt man sich vor, inmitten von Wolken zu stehen, die mit den Armen geteilt, werden um den Blick frei zu machen und alle dunklen Wolken zu vertreiben.

Als Heilwirkung der Übung sollen als positive Wirkungen eintreten wie eine Stärkung von Schultern und Schultergelenken, ein Minderung von Atemnot und Herzklopfen, das Nieren-Qi wird gestärkt und damit die Lebensenergie erhöht.

Rollen der Arme
(Rückrollen des Oberarms in fester Haltung; Das Rollen der Meereswogen; Den Affen abwehren; Rollen die Hände, wie ein Affe)

In dieser Übung stellt man sich vor, man stehe entspannt am Strand während sich Arme und Atmung im Rhythmus der Wellen bewegen.

Mit dieser Übung sollen positive Wirkungen eintreten wie die Stärkung der Gelenke von Schulter, Ellenbogen, Hand und der Knie, das Vertreiben unruhiger Gedanken, eine Linderung von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Asthma, eine Stärkung der Muskeln in der Leistengegend.

Rudern auf einem ruhigen See
(Rudern auf einem stillen See; Rudern in der Mitte des Sees; Rudern auf dem See)

In dieser Übung stellt man sich vor, man befinde sich auf dem Wasser eines tiefen, klaren Bergsees. Man fühlt die Kraft, die Ruhe und die Klarheit vom See und nimmt diese in sich auf.

Mit dieser Übung sollen positive Wirkungen eintreten wie eine Stärkung von Taille und Beinen, eine Verbesserung der Funktion des Verdauungssystems, eine Linderung bei Erkrankungen von Magen und Darm.

Mit einer Hand die Sonne heben
(Einen Ball vor der Schulter halten; Den Ball vor der Schulter tragen)

In dieser Übung stellt man sich vor, die Sonne würde mit einer Hand gehalten und über den Horizont gehoben. Der Blick folgt dem Horizont. Die Kraft der Sonne wird eingeatmet und ins Herz geleitet.

Mit dieser Übung sollen positive Wirkungen eintreten wie die Minderung von Verspannungen in Schultern, Hals, Lenden und Hüfte; der Geist wird beruhigt gegen Stress und für einen besseren Schlaf.

Den Kopf drehen und nach dem Mond schauen
(Kopf drehen und den Mond anschauen; Den Körper drehen, um nach dem Mond zu schauen; Carrying the Moon)

In dieser Übung fühlt der Übende die Verbindung mit dem Mond. Der Mond bringt Geborgenheit und ein Gefühl des in sich ruhens.

Mit dieser Übung sollen positive Wirkungen eintreten für den Darm und die Verdauung; Fettablagerungen an der Taille sollen verringert werden.

Den Oberkörper drehen und die Handfläche schieben
(Hüfte drehen und Handfläche schieben; Die Taille drehen und die Hand stoßen; Die innere Kraft mehren; Twisting waist and pushing palms; Twisting Waist, Pushing Hands)

In dieser Übung stellt man sich vor, wie das Qi und die innere Kraft immer weiter wachsen, während sich der Körper entspannt.

Mit dieser Übung sollen positive Wirkungen eintreten wie die Beruhigung des Geistes, eine bessere Durchblutung und eine Verbesserung der Funktionskreise von Milz und Magen.

Wolkenhände in Reiterhaltung
(Die Hände wie Wolken bewegen; Reitende Haltung mit Handbewegungen in den Wolken)

In dieser Übung stellt man sich vor, wie die Arme eine Säule aus Qi hin und her bewegen. Alles ist miteinander verbunden.

Mit dieser Übung sollen Blutkreislauf und Qi-Kreislauf belebt werden. Die Funktion des Verdauungsapparates soll verbessert werden. Einer allgemeinen Mattheit wird vorgebeugt.

Auf den Meeresgrund greifen, zum Himmel schauen
(Sich zum Meer neigen und zum Himmel schauen; In den Meeresgrund greifen und in den Himmel blicken; Links und rechts aus dem Meer fischen und zum Himmel blicken; Der Tiger fischt den Mond aus dem Wasser)

In dieser Übung stellt man sich vor, tief in das Meer zu greifen. Von ganz unten wird Wasser geschöpft, um es in den Himmel zu heben.

Mit dieser Übung soll die Durchblutung verbessert und der Blutdruck reguliert werden. Der Geist wird beruhigt. Die Beweglichkeit der Taille und der Beine wird verbessert.

Wellen bewegen (Die Wellen schieben; Wasser schieben, um der Welle zu helfen; Von links und von rechts Wellen vorwärtstreiben und verstärken)

In dieser Übung stellt man sich vor, mit den Händen durch das Wasser zu gleiten. Zu Anfang schieben die Hände das Wasser nach vorn, dann bewegen sich die Hände in einem Bogen durch das Wasser zurück. Die Bewegung der Wellen wird gespürt.

Mit dieser Übung soll der Geist beruhigt werden, der Blutdruck reguliert und die Kraft in Taille und Oberschenkel gestärkt werden.

 Die fliegende Taube breitet ihre Flügel aus
(Flügel öffnen)

In dieser Übung stellt man sich vor, dass die Arme sich wie die Flügel eines Vogels bewegen. Mit jedem Flügelschlag fliegt man ein Stück höher.

Mit dieser Übung soll die Verdauung verbessert und die Brust geöffnet werden. 

Die Faust stoßen
(Die Fäuste stoßen; Reitersitz und Faust stoßen; Die Faust stoßen und den Arm strecken; Den Arm strecken, gleichzeitig die Faust zum Angriff heben)

In dieser Übung stellt man sich vor, wie der Körper mit jedem Fauststoß zu einer Einheit wird und wie sich die gesamte Energie gegen ein imaginäres Ziel entlädt.

Mit dieser Übung sollen innere Spannungen und geistiger Stress abgebaut werden, das Qi der Leber soll gestärkt werden.

Die fliegende große Wildgans
(Fliegen wie eine Wildgans; Wie eine Wildgans fliegen; Fliegen wie ein Adler; Wie ein Adler fliegen)

In dieser Übung stellt man sich vor, wie eine Wildgans hoch in der Luft zu fliegen. Die Luft bläst in die Flügel und trägt den Flug.

Mit dieser Übung soll der Blutdruck reguliert werden, die Funktion der Nieren und der Milz soll verbessert werden, Schwindel und Tinnitus sollen gemindert werden.

Sich wie eine Windmühle drehen
(Wie eine Windmühle kreisen; Das sich drehende Schwungrad; Das große Rad drehen; Flugreifen drehen)

In dieser Übung stellt man sich vor, wie die Arme sich im Wind drehen wie die Flügel einer Windmühle. Die Arme, der Rumpf, das Becken, die Atmung werden eins mit dem Wind. Körper und Geist werden eins mit der Natur.

Mit dieser Übung sollen Flexibilität und Stärke in Rücken, Lenden und Becken gestärkt werden, das Qi fließt kraftvoll durch den ganzen Körper, die Vitalität wird erhöht.

Mit dem Ball spielen wie ein Kind
(Einen Ball prellen; Den Chiball prellen; Einen Ball, auf der Stelle tretend, aufspringen lassen)

In dieser Übung stellt man sich vor, man würde wie ein Kind mit einem Ball spielen – selbstvergessen und sorgenfrei.

Mit dieser Übung sollen Stress und Anspannung vertrieben werden, ebenso Erschöpfung und Müdigkeit.

Das Qi beruhigen
(Das Sammeln des Qi; Das Qi in den Körper füllen; Das Qi in den Körper führen; Himmlisches Qi pflücken, Irdisches Qi einsammeln; Qi im Ren- und Du-Meridian regulieren)

In dieser Übung stellt man sich vor, wie das gesammelte Qi mit den Händen verdichtet wird und anschließend in das Dantian geführt wird. Die Ernte wird in die Scheune gefahren.

Mit dieser Übung sollen die Atmung reguliert und der Blutdruck ausgeglichen werden, bevor man wieder in den Alltag eintritt. Die Nerven werden beruhigt und die Funktion des Nierenkreilaufes verbessert.

Auf die letzte Übung folgt noch eine Abschlußübung, in der man ruhig stehen bleibt, mit den Händen vor dem Dantian und den Blick nach Innen richtet.

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