Sonnenstern Schitta

Schitta

Im hohen Norden, wo über viele Monate die Erde mit Schnee bedeckt ist, die Seen vereist sind und das Meer eine dicke Eisschicht trägt, wandelte der kleine Sonnenstern Schitta umher.

Wie kann ein kleiner Sonnenstern über den Schnee und das Eis wandeln? Sollte Schitta nicht oben am endlosen Himmel leuchten?

Im Moment wandelt sie hoch oben am Nachthimmel. Sie ist ein kleiner Sonnenstern, erkundet das Universum und wie du spielt sie gern mit Freunden und Geschwistern. Inmitten eines klaren Erdentages schaut sie bei einem Spiel mit ihren Geschwistern im Kosmos auf ein Dorf inmitten einer Schneelandschaft. Mit weißen Schnee sind alle Bäume, Gräser, das Moos und die Wege bedeckt. Die Dächer der Häuser in dem Dorf sehen aus, als wären sie mit Puderzucker bedeckt. Es ist still ringsherum und nur einige Menschen sind auf den Wegen unterwegs.

Schitta beobachtet diese Menschen und möchte sehr gern mehr über sie erfahren und gleitet vom Himmel näher an die Häuser heran. Just in dem Augenblick, in welchem sie auf einem der Dächer gelandet ist, vernimmt sie laute Rufe, Gesänge und Lachen aus einem Garten von einem der Häuser. Es sind Menschen, welche noch recht klein an Wuchs sind.

Jedoch ein großes Leuchten in allen erdenklichen Farben aus ihnen heraus sichtbar ist. Die Mutter von Schitta erzählte von den kleinen Menschen auf der Erde, die wohl Kinder genannt werden.

So viele Kinder, wie Finger an zwei Händen spielen im Schnee und betrachten sich glänzende Stücke aus Eis.

Näher, noch ein Stück näher möchte Schitta an das Geschehen heran und versteckt sich in einem Rosenstrauch, denn vor diesem wollen zwei Kinder einen Schneemann bauen. So einen hat sie schon gesehen, jedoch noch nicht gesehen, wie er gebaut wird.

Gemeinsam formen die beiden Kinder die erste und größte Kugel aus glitzerndem Schnee. Auf diese kommt eine zweite etwas kleinere Kugel. Auf diese beiden Kugeln kommt eine etwas kleinere Kugel. Wer hat diese Kugeln geformt und aufgetürmt? Es sind Luka und Laura.

Beide schauen sich zufrieden an und laufen im Sauseschritt vor das Haus, wo ein Mann mit einer Pfeife im Mund sie auch beobachtet hat. Er gibt ihnen eine große Mohrrübe, große schwarze Knöpfe und einen Besen aus Stroh. Ihr ahnt wofür diese Dinge nun benötigt werden. Aus einigen dieser Knöpfe und der Mohrrübe wird ein lustiges Gesicht gestaltet und die restlichen Knöpfe werden auf den anderen beiden Kugeln angebracht, so dass es aussieht, als habe der Schneemann einen Mantel an. Der Besen kommt an die Seite und der Schneemann ist mit allem, was er benötigt ausgestattet. Oder?

Nicht nur Schitta fällt auf, dass noch etwas fehlt, so sieht sie die zwei Kinder auch schon wieder in die Richtung des Mannes laufen. Leider kann unser kleiner Sonnenstern nicht verstehen, was besprochen wird. So traut sie sich noch ein wenig tiefer in dem Rosenstrauch, dabei setzt sie sich auf ein Rosenblatt, auf welchem noch dunkle Erde haftet und vom Schnee frei ist. Oh weh und es hört Luka und Laura streiten.

Das gefällt Schitta gar nicht, auch wenn sie Streit kennt und diesen auch mit ihren Freunden und Geschwistern manches Mal hat.

Ein großer Topf wird von Laura und Luka hin-und hergezerrt.

„Ich möchte den Topf auf den Kopf setzen!“ schreit Laura.

„Nein ich, du bist zu klein!“ schreit Luka als Antwort zurück und gleich darauf schreit Laura „Du bist zu dick.“ Und beide zerren und ziehen an dem Topf hin und her.

„Laß los, das war meine Idee.“ Erwidert Luka mit Tränen in den Augen und Laura erwidert: „Na und, ich habe nach dem Topf gefragt.“

Wie wird das wohl enden?

Schitta hat das Gefühl, daß der Schneemann ihr zugezwinkert hat und auf einmal fliegt der Topf aus den Händen der beiden Kinder nach oben und landet sacht auf dem Kopf des Schneemannes. Er wird durch einen leichten Windhauch hin und her gerückt bis er einen guten Halt auf dem Haupte hat.

Luka und Laura sind währenddessen auf ihrem Po gelandet und ihre Augen, Ohren und ihr Mund sind voller Staunen weit geöffnet. Beide Kinder krabbeln im Schnee zu ihrem Schneemann und klatschen vor Freude in die Hände und beginnen einen Tanz. Schnell kommen alle im Haus gewesenen Kinder heraus und tanzen gemeinsam mit Luka und Laura um den Schneemann am Rosenstrauch. Herrjemine, Schitta spürt das frohe Erbeben der schneebedeckten Erde und der Rosenstrauch wiegt sich hin und her. So wird ihr wohlig schwindelig und sie tanzt auf dem Rosenstrauch mit. Die Zeit vergeht bei der ganzen Tanzerei und nach und nach gehen alle kleinen und großen Menschen nach Hause. Sie winken sich einander und dem Schneemann noch einmal mit frohen Gesichtern und strahlenden Herzen.

Langsam löst sich Schitta von dem Rosenblatt und fliegt in Richtung Himmel, wo ihre Geschwister sie empfangen. Staunend bemerken diese dunkle Flecken auf dem weißen Antlitz sonst weißen Antlitz von Schitta. So haben sich beim Tanz auf dem Rosenblatt einige Erdkrümel verfangen und sind nun mit ihr im Universum. Neugierig lauschen die Geschwister der Geschichte vom Schneemann, Luka und Laura und wie die dunklen Flecken auf das weiße Antlitz gekommen sind und ein wunderbares Bild der Rose wiedergeben.

Noch ein liebevoller Blick von der Sonnensternmutter und voller Liebe scheinen die Sonnensterne in die Fenster im Dorfe des Nordens.

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